Schnarchen

Ursachen und Behandlung im Detail

Ursachen

Während des Schlafs entspannen sich mit der Körpermuskulatur auch die Rachenweichteile (weicher Gaumen, Halszäpfchen, Zunge und Schlundmuskulatur). Die Luftwege werden enger, der Luftfluss wird an diesem Engpass schneller: Es entstehen Turbulenzen beim Einatmen und das Gewebe beginnt zu vibrieren. Diese Vibrationen sind die Grundlage der Schnarchgeräusche.

Verschiedene Faktoren können das Schnarchen begünstigen:

  • Behinderung der Nasenatmung

z.B. auf Grund einer verkrümmten Nasenscheidewand, vergrösserten Nasenmuscheln, engen Nasenklappen, Erkältung oder Heuschnupfen. Der Wechsel zu Mundatmung bewirkt eine Rückverschiebung des Unterkiefers, wodurch der Rachenraum enger wird und Schnarchgeräusche verstärkt werden.

  • Beschaffenheit des Rachenraums

z.B. vergrösserte Mandeln, zu kleiner Unterkiefer

  • Schlafposition

In Rückenlage treten Schnarchgeräusche am stärksten auf, denn die Zunge und der Unterkiefer sinken durch die Schwerkraft nach hinten.

  • Übergewicht

Zusätzliches Fettgewebe verstärkt Engpässe im Rachenraum.

  • Muskelentspannende Medikamente oder Genussmittel

z.B. Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Rauchen


Bei Kindern sind vergrösserte Rachen- und Gaumenmandeln die häufigste Ursachen des Schnarchens. 

Details zur Behandlung

Zahnschiene
Eine Zahnschiene, die den Unterkiefer und die Zunge vorverschiebt, kann die Atemwege verbreitern und so das Entstehen von lästigen Schnarchgeräuschen reduzieren. Voraussetzung für das Einsetzen einer Zahnschiene sind genügend gesunde Zähne (oben und unten je zehn). Wird die Zahnschiene häufig getragen, sollte die Schiene hart und genau angepasst sein, um möglichst Zahnbewegungen zu vermeiden. Grosse Vorteile bieten Schienen, die sich dem Grad des Vorschubs des Unterkiefers anpassen lassen, damit eine optimale Behandlung des Schnarchens erreicht werden kann.

Alternative Behandlungsansätze
Alternative Behandlungsansätze (wie die medizinische Didgeridoo-Therapie) oder einfache Behandlungsmethoden mit wenig Nebenwirkungen (wie die Anwendung eines Velumount-Drahts) finden heute immer mehr Anhänger. Die Erfahrungen in der Klinik für Schlafmedizin mit diesen Methoden sind unterschiedlich:

  • Asate-Therapie bei Schnarchen und Schlafapnoe

Die Wirksamkeit der medizinischen Didgeridoo-Therapie wurde in einer von der Firma Asate initiierten Studie mit Patientinnen und Patienten mit einem mittelschweren Apnoe-Syndrom und Schnarchen untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Studienteilnehmer der Didgeridoo-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Didgeridoo-Übungen eine geringere Tagesmüdigkeit und Ausprägung des Apnoe-Syndroms hatten. Bei rund 50 Prozent der untersuchten Personen aus der Didgeridoo-Gruppe hatten ausserdem die nächtlichen Atemaussetzer wesentlich abgenommen. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass mit dem Didgeridoo-Spiel Schlund und Rachenmuskulatur gestärkt werden und das Bindegewebe im Hals stärker durchblutet wird.

  • Anti-Schnarchspange Velumount

Die unter dem Namen Velumount bekannte Anti-Schnarchspange wurde vom Berner Tüftler Arthur Wyss entwickelt. Sie besteht aus einem Draht, der so gebogen wird, dass er das Halszäpfchen nach vorne zieht und der Gaumenraum erweitert wird. Gute Untersuchungen zu dieser Behandlungsmethode fehlen bisher. Die Erfahrungen zeigen, dass Velumount wegen des Würgereflexes nicht von allen Schnarchern getragen werden kann und auch dessen Wirksamkeit von den Patienten sehr unterschiedlich eingeschätzt wird. Da diese Methode jedoch sehr einfach und mit wenig Nebenwirkungen verbunden ist, kann ein Versuch mit Velumount bei Patienten mit gesundheitlich unbedenklichem Schnarchen durchaus sinnvoll sein. Bei Patienten mit obstruktiver Apnoe ist hingegen mehr Zurückhaltung geboten und eine Überprüfung der Behandlungsresultate im Schlaflabor ist unbedingt notwendig.

Weitere Anti-Schnarchhilfen
Von den vielen weiteren (oft als Wundermittel angepriesenen) Anti-Schnarchhilfen sind leider bis heute nur die wenigsten wirksam. Zu den wirksamen Mitteln gehören z.B. abschwellende Nasensalben, welche die Luftzirkulation durch die Nase verbessern.

Operative Behandlungsmethoden
Vor einem operativen Eingriff sollte sich der Betroffene am besten in einer interdisziplinären Schnarchsprechstunde von einem Kieferchirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Schlafspezialisten untersuchen und befragen lassen. Nur so kann rasch der bestmögliche Weg einer Behandlung aufgezeigt werden und es lässt sich bestimmen, ob für die Wahl einer Behandlungsmethode oder zum Auschluss einer Apnoe weitere Abklärungen erforderlich sind. Ist eine obstruktive Apnoe wenig wahrscheinlich oder ausgeschlossen worden, so kann mit einer dem Einzelfall angepassten Operationstechnik versucht werden, die Schnarchgeräusche teilweise oder ganz zu beheben.

Folgende Methoden kommen dabei in Frage:

Behandlung einer Nasenatmungsbehinderung
Behinderungen der Nasenatmung führen zu einem beschleunigten Luftfluss oder zum Öffnen des Mundes im Schlaf, was das Schnarchen verstärken kann. Die Nase selbst sorgt dabei durch einen Zyklus von An- und Abschwellen der Schleimhäute (von einer Nasenseite abwechselnd zur anderen Nasenseite) dafür, dass sich die Nasenatmung von einer Seite zur anderen umstellen kann.

Atmungshindernisse sind einerseits bedingt durch Strukturveränderungen (z.B. Nasenklappen, die beim Einatmen zusammenfallen, eine verkrümmte Nasenscheidewand, Polypen oder vergrösserte Nasenmuscheln) und andererseits durch Schleimhautschwellungen und Entzündungen (z.B. bei Nebenhöhlenentzündungen oder Allergien, die eine spezifische Behandlung erfordern). Meistens vermindert die operative Verbesserung der Nasenatmung das Schnarchen. In sehr seltenen Fällen kommt es jedoch auch vor, dass das Schnarchen nach der Operation aufgrund des verbesserten Luftflusses verstärkt auftritt.

Entfernung der Gaumen- und Rachenmandeln
Auch nur wenig vergrösserte Gaumenmandeln können die Luftwege deutlich einengen und das Schnarchen verstärken. Eine Entfernung verbessert den Luftfluss erheblich.

Operationen am weichen Gaumen

  • UPPP (Uvula Palato Pharyngeal Plastik)

Die UPPP ist aus heutiger Sicht die wichtigste Operationsmethode; unter Vollnarkose werden Teile des Halszäpfchens und der Gaumenbögen abgetragen. In 80–90 Prozent der Fälle führt die Operation zum gewünschten Erfolg. Bei allzu zurückhaltender Chirurgie kann allerdings das Schnarchen erneut eintreten. Nebenerscheinungen (z.B. eine Veränderung der Stimme oder das unangenehme Aufsteigen von Speisen in die Nase) sind bei dieser Operationsmethode selten. Der Eingriff kann auch – mit ähnlich guten Resultaten – mit einem Radiofrequenz-Messer in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Meist braucht es bis zu einem optimalen Resultat zwei bis drei Sitzungen. Die Langzeitwirkung einer Behandlung mit Radiofrequenz-Messer ist im Vergleich zu den traditionell operativen Eingriffen weniger gut dokumentiert.

  • Radiofrequenz-Läsionen

Je steifer das Gewebe ist, desto weniger leicht kommt es durch die vorbeistreichende Luft zum Vibrieren. Deshalb können mit einem Radiofrequenz-Messer auch Läsionen im weichen Gaumen gesetzt werden, die dann vernarben und durch den erhöhten Bindegewebsanteil der Narben das Gewebe versteifen: Die Vibrationsfähigkeit und damit das Schnarchen wird so vermindert.

Laut wie ein Lastwagen

Schnarchen ist weit verbreitet: 20 Prozent aller 30-jährigen Männer bzw. ihre Partnerinnen und Partner kennen die störenden nächtlichen Geräusche. Ab dem 60. Lebensjahr schnarchen 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen. Die Geräusche können dabei bis zu 80 Dezibel erreichen.

Diagnostik

Snorometer
Ein so genannter Snorometer kann bei der Diagnose helfen. Denn mit diesem Gerät lassen sich während mehreren Nächten die Lautstärke des Schnarchens und Ausschnitte des Schnarchgeräusches aufzeichnen.

Schlaflabor
Besteht der Verdacht auf nächtliche Atemaussetzer, so bringt eine Nacht im Schlaflabor Klarheit. Der Patient schläft dabei für eine Nacht in einem Zimmer, das auf den ersten Blick einem Hotelzimmer gleicht. Kleine Sensoren erfassen im Schlaf verschiedenste Daten und ermöglichen so eine detaillierte Diagnose (Polysomnografie).

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