Schläfrigkeit und Narkolepsie

Diagnose und Behandlung im Detail

Behandlung

Die Therapie einer Hypersomnie stützt sich auf verschiedene Säulen. Die wichtigste ist dabei die optimale Behandlung des Schlafverhaltens und einer Grunderkrankung (z.B. Apnoe, Schilddrüsenunterfunktion, Depression usw).

Wenn keine Grunderkrankungen erfassbar sind – oder diese nicht spezifisch behandelt werden können – beruht die Therapie auf zwei Säulen:

  • Kurzschlafphasen am Tag, zur Verminderung der Tagesschläfrigkeit
  • Behandlung mit stimulierenden Medikamenten

Bei exzessiver Tagesschläfrigkeit, deren Ursache nicht in einer oder mehreren anderen Erkrankungen gefunden wird, kommen – je nach genauem Krankheitsbild – Verhaltenstherapien und/oder medikamentöse Behandlungen in Frage.

 

Die Therapie der Narkolepsie gibt es nicht 
Eine eigentliche Heilmethode für Narkolepsie ist bis heute nicht bekannt. Medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungsformen können die Symptome der Krankheit jedoch wirksam mindern, so dass ein normales Leben ohne wesentliche Behinderungen möglich wird. Zudem ist der Verlauf der Schläfrigkeit und der Kataplexie bei der Krankheit nicht fortschreitend, d.h. diese Symptome verschlimmern sich mit den Jahren nicht. Mit zunehmendem Alter wird von vielen Betroffenen sogar eine Verbesserung beschrieben, die vermutlich auch auf einen besseren Umgang mit den Symptomen zurückzuführen ist.

In den Kliniken für Schlafmedizin basiert die Behandlung von Narkolepsie-Patienten, die ambulant durchgeführt werden kann, auf drei Säulen:

  • dem Erlernen neuer Verhaltensstrategien
  • der Einnahme von Medikamenten
  • der Aufklärung des Patienten und seiner Umgebung über die Krankheit

Verhaltensstrategien

Ruhepausen
Der erste Schritt in einer Narkolepsie-Behandlung ist immer die Einführung einer ganz natürlichen Massnahme gegen Schläfrigkeit: Die Einführung von einer bis drei kurzen Schlaf- oder Ruhepausen während des Tages. Die genaue Anzahl und Dauer dieser Pausen variiert je nach Schlafbedürfnis und Schlafgelegenheit; man muss jedoch berücksichtigen, dass eine Person mit Narkolepsie den Mittagsschlaf oft dringender braucht als eine Mahlzeit.

Körperliche Betätigung
Zwischen den Schlafpausen am Tag sollten langweilige und sich wiederholende Tätigkeiten vermieden werden, körperliche Betätigungen im Arbeitsablauf hingegen wenn immer möglich enthalten sein. Bei aufkommender Müdigkeit müssen Autofahren und andere Tätigkeiten, die zu einer Selbst- oder Fremdgefährdung führen könnten, unbedingt vermieden oder sofort unterbrochen werden.

Alkohol und üppiges Essen
Auf Alkoholgenuss tagsüber und üppige Mahlzeiten sollten Narkoleptiker ganz verzichten, denn damit verstärkt sich die Einschlafneigung.

Bettzeiten
Gleichbleibende Bettzeiten helfen mit, einen konstanten Tagesablauf einzuhalten und dadurch Verhaltensmassnahmen regelmässig durchzuführen. Bei längeren Wachzeiten in der Nacht ist es vorteilhaft, das Bett zu verlassen und einer entspannenden Tätigkeit nachzugehen, bis die Schläfrigkeit wieder spürbar wird.

In leichten Fällen können Verhaltensstrategien allein genügen, damit die Symptome der Narkolepsie erträglich werden. Im Normalfall wird aber erst eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Verhaltensmassnahmen zu einer Verbesserung der Lebensqualität und der gewünschten Gefahrenreduktion führen.

Medikamentöse Behandlung

Stimulanzien
Diese erfolgt am besten durch einen im Umgang mit dieser Krankheit erfahrenen Arzt oder Spezialisten. Dabei muss versucht werden, den Gebrauch der Medikamente individuell auf die spezifischen Symptome des Patienten abzustimmen. Die hauptsächliche Behandlung von Tagesschläfrigkeit und automatischem Verhalten erfolgt mit Stimulanzien (auch "Weckamine" genannt). Die Wahl des Medikaments, die Einstellung der optimalen Dosis und der besten Kombination der verschiedenen Präparate nimmt einige Tage bis mehrere Wochen in Anspruch.

Kaffee, Tee und andere koffeinhaltige oder stimulierende Präparate, die in Drogerien erhältlich sind, werden von schläfrigen Leuten oft benutzt, um wach zu bleiben. Solche Stoffe sind nicht sehr wirksam und für eine Dauerbehandlung von Narkolepsie ungeeignet und nicht unbedenklich.

Antidepressiva
Gegen Kataplexie und andere REM-Schlaf-Symptome (Schlaflähmung, Halluzinationen, Albträume) werden antidepressive Medikamente eingesetzt, die den REM-Schlaf unterdrücken. Die Abgabe dieser Medikamente sollte auf eine lange Behandlungsdauer ausgerichtet sein, da plötzliches Absetzen zu einer Verschlimmerung der Symptome führt.

Auch die Schlafstörung und der Schlafmangel sollten medikamentös angegangen werden.

Aufklärung des Patienten und seiner Umgebung

Für die Patienten und ihr Umfeld ist wichtig zu wissen, dass Narkolepsie nicht durch psychische Probleme ausgelöst wird und keine Geistes- oder Gemütskrankheit ist, sondern eine Krankheit des Schlaf-Wach-Systems. Für die Betroffenen ist zentral, dass Familie, Freunde und Arbeitskollegen die Krankheit verstehen lernen und sie nicht als Faulheit, Unfähigkeit, asoziales Verhalten oder Depression auslegen. Weil der Umgang mit der übertriebenen Einschlafneigung im Alltag schwierig ist und das Erleben anderer Phänomene der Narkolepsie psychischen Symptomen verwechselbar ähnlich sieht, ist es für die Betroffenen oft schwierig, sich unberechtigten Vorwürfen gegenüber zu behaupten.

Die Aufklärung des Umfelds der Narkoleptiker durch einen spezialisierten Arzt und dessen Unterstützung ist daher sehr wichtig, um das Leben der Betroffenen und auch das ihrer Bezugspersonen zu erleichtern. Narkolepsiekranke brauchen viel Mut, um mit ihrer Umgebung über die Krankheit zu sprechen. Dabei sind sie mit Hilfe weniger Massnahmen sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben voll einsetzbar.

Diagnose

Die Grundlagen für eine Diagnose der Hypersomnie liefert eine Reihe von Untersuchungen:

  • Schlaf-Tagebuch, am besten unterstützt durch eine Bewegungsmessung
  • Detaillierte Geschichte der Entstehung der Schläfrigkeit
  • Blutuntersuchungen
  • Untersuchungen im Schlaflabor:
  • Polysomnogramm zur Beurteilung der Qualität des Schlafs
  • multipler Schlaflatenztest (MSLT) kombiniert mit Vigilanztests, um die Einschlaftendenz am Tag und die Wachheit zu beurteilen.

Beim MSLT versucht der Patient mehrfach am Tag in einem abgedunkelten Raum so schnell wie möglich einzuschlafen. Die Zeitspanne bis zum Einschlafen und die Schlafart (Schlafstadien) in der Einschlafphase werden dabei genau untersucht.

Die Diagnose der Narkolepsie wird im Schlaflabor mit einer nächtlichen Untersuchung und einer Schläfrigkeitsmessung am Tag (Multipler Schlaflatenztest oder MSLT) bestätigt.

Dazu kann das Fehlen des Übertragungsstoffes (Hypocretin/Orexin) im Hirn in der Rückenmarksflüssigkeit nachgewiesen werden.

Eine Tagesschläfrigkeit muss immer abgeklärt werden, da sie den Betroffenen in seiner Entwicklung und Tätigkeit stark behindert.

Aufklärung ist wichtig

Aufklärung des Patienten und seiner Umgebung

Für die Patienten und ihr Umfeld ist wichtig zu wissen, dass Narkolepsie nicht durch psychische Probleme ausgelöst wird und keine Geistes- oder Gemütskrankheit ist, sondern eine Krankheit des Schlaf-Wach-Systems. Für die Betroffenen ist zentral, dass Familie, Freunde und Arbeitskollegen die Krankheit verstehen lernen und sie nicht als Faulheit, Unfähigkeit, asoziales Verhalten oder Depression auslegen. Weil der Umgang mit der übertriebenen Einschlafneigung im Alltag schwierig ist und das Erleben anderer Phänomene der Narkolepsie psychischen Symptomen verwechselbar ähnlich sieht, ist es für die Betroffenen oft schwierig, sich unberechtigten Vorwürfen gegenüber zu behaupten.

Die Aufklärung des Umfelds der Narkoleptiker durch einen spezialisierten Arzt und dessen Unterstützung ist daher sehr wichtig, um das Leben der Betroffenen und auch das ihrer Bezugspersonen zu erleichtern. Narkolepsiekranke brauchen viel Mut, um mit ihrer Umgebung über die Krankheit zu sprechen. Dabei sind sie mit Hilfe weniger Massnahmen sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben voll einsetzbar.

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