Kinder und Jugendliche

Gewohnheiten die das Einschlafen von Kindern stören

Unregelmässiger Schlaf-wach-Rhythmus

Besonders häufig zeigen sich Schlafschwierigkeiten bei Kindern, deren Schlafgewohnheiten unregelmässig sind. Sie werden an einem Abend früh, am nächsten spät zu Bett gelegt, erwachen zu ungewöhnlichen Stunden und schlafen am Tag nie zu ähnlicher Zeit. In so wenig geordneten Tagesabläufen wird oft auch zu unregelmässigen Zeiten gegessen.

Schlaf- und Wachzustand ist ein Rhythmus, der sich in Harmonie mit anderen Körperrhythmen wie Körpertemperatur, Hormonhaushalt, Essen und Aktivität befinden soll. Damit Ihr Kind gut schläft und tagsüber wach und aktiv ist, ist es wichtig, dass der biologische Rhythmus durch eine regelmässige Tagesstruktur unterstützt wird. Die Tagesrhythmen Ihres Kindes brauchen zu ihrer Entwicklung und Aufrechterhaltung Fixpunkte im Tagesablauf. Zeitgeber wie die Aufwachzeit morgens, die Bettgehzeit abends, der Zeitpunkt des Tagesschlafes, Essenszeiten, Tageslicht und Dunkelheit, helfen mit, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu formen und zu stabilisieren. Rituale wie Baden, Zähneputzen, Geschichten vor dem Einschlafen erzählen oder ein Lied singen, verstärken diesen Rhythmus und erleichtern dazu das Einschlafen. Ist der Tag des Kindes nicht einigermassen geregelt und beständig, weiss sein System nicht, wann es schlafen und wann es wach sein soll.

Eulen und Lerchen

Wie bei Erwachsenen gibt es bei Kleinkindern die Tendenz zum «Frühaufsteher» oder zum «Nachtmenschen». Nachtkinder zeigen ein verspätetes Einschlafen und spätes Aufstehen. Wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen, wird dieses Schlafverhalten zum Problem. Sie haben grosse Mühe, rechtzeitig zur Schule aufzustehen und in den Morgenstunden leistungsfähig zu sein. Oft klagen sie über Tagesmüdigkeit, werden aber gegen Abend wieder aktiv und sind schwierig ins Bett zu bringen. Teilweise ist dieses Schlafverhalten genetisch bedingt und relativ stabil. 

Nächtliche Mahlzeiten

Erwacht Ihr Baby nachts wiederholt und wird gefüttert, damit es wieder einschlafen kann, lernt es, das Nuckeln mit dem Einschlafen zu verbinden. Gewöhnt sich Ihr Baby erst einmal daran, während der Nacht gefüttert zu werden, betrachtet es bald den Nachtschlaf als Schlafepisoden zwischen sich wiederholenden Mahlzeiten. Es entwickelt sich ein angelerntes Hungergefühl, ohne dass ein echtes Essbedürfnis besteht. Der Hunger ist so erst durch die nächtlichen Mahlzeiten entstanden und unterbricht den Schlaf immer wieder. 

Im Alter von ungefähr sechs Monaten kann Ihr Baby am Tag genügend Kalorien aufnehmen und braucht nachts keine Mahlzeit mehr – weder direkt vor dem Schlafenlegen noch während des Schlafs. 

Einschlafrituale

Wird ein Kind jeden Abend herumgetragen, bis es einschläft und wird dann erst vorsichtig ins Bett gelegt verbindet es Einschlafen mit Herumgetragenwerden. 

Das Verhalten der Eltern ist fester Bestandteil des Einschlafrituals geworden. Das Kind verbindet Einschlafen schliesslich mit der Nähe der Eltern und will ohne diese nicht mehr schlafen.

Kinder entwickeln frühzeitig eine Erwartungshaltung in Bezug auf bestimmte Tagesvorkommnisse. Das Hinsetzen an den Tisch und das Umbinden des Latzes in Verbindung mit Geschirrklappern vermittelt dem Kind: "Es gibt etwas zu essen".

Damit es solche Erwartungen entwickeln kann, ist eine Konstanz in den täglichen Aktivitäten und damit auch beim Zubettbringen notwendig. Laufen die abendlichen Aktivitäten immer in der gleichen Reihenfolge ab, führen sie das Kind, ab einem bestimmten Alter, zum Schlafen hin.

Wird es jeden Abend etwa zur gleichen Zeit gefüttert und gebadet, ins Bett gelegt und nach einem Schlaflied mit einem Kuss verabschiedet, dann wird es sich im Verlauf des Abends auf das Schlafen einstellen. Machen die Eltern schliesslich das Licht aus, weiss es, dass jetzt der Schlaf kommt.