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Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter. Jedes 3. Kind zeigt im Verlauf seiner Entwicklung eine Störung des Schlafes. Bei der Beurteilung von kindlichen Schlafstörungen müssen alterstypische Ausprägungen und Merkmale beachtet werden. Während im Vorschulalter Widerstand bei den Bettvorbereitungen, häufiges nächtliches Erwachen oder der Angstschreck (Pavor nocturnus) die häufigsten Schlafstörungen sind, kommen im Schulalter und in der Adoleszenz vor allem Einschlafschwierigkeiten und Tagesmüdigkeit vor. Seltener treten organische Störungen des Schlafes sowie nächtliche Atemstörungen oder Anfallsereignisse auf. Bei Letzteren sind weitere medizinische Untersuchungen und gegebenenfalls therapeutische Interventionen notwendig.

In den ersten Lebensjahren sind vom Kind bezüglich seines Schlafverhaltens erhebliche Anpassungsleistungen gefordert: Seine Schlaf-Wach-Phasen werden dem Tag-Nacht-Wechsel angepasst und damit immer regelmässiger. Es lernt, mehrere Stunden am Stück zu schlafen und schläft im Verlauf seiner Entwicklung tagsüber nicht mehr. Zunehmend zeigt es Autonomiebestrebungen durch selbstständiges Einschlafen und verschiebt die Bettzeit im Schulalter immer mehr in den späteren Abend. Wie in allen Entwicklungsbereichen besteht auch beim Schlafverhalten eine grosse Vielfalt unter den Kindern und es erstaunt nicht, dass viele Kinder diese Entwicklungsaufgaben nicht problemlos meistern. Durch die Vielzahl unterschiedlichster Erziehungsratgeber werden die Eltern in vielen Fällen verunsichert und häufig überfordert.

Primäres Anliegen in der fachlichen Beratung sollte sein, den Eltern zu helfen, die Eigenheiten ihres Kindes kennen zu lernen und es bei seinen Entwicklungsaufgaben zu unterstützen. Eltern und andere Bezugspersonen sollten sich möglichst unvoreingenommen auf die Bedürfnisse des Kindes einstellen und ihm so ermöglichen, sich seinen individuellen Eigenheiten entsprechend zu entwickeln.

Dazu sind für Eltern und Fachpersonen Kenntnisse über die normale Entwicklung des kindlichen Schlafes und die grosse interindividuelle Variabilität bezüglich der einzelnen Merkmale von entscheidender Bedeutung.

Wieviel Schlaf ist "normal"?

Neugeborene schlafen ca. 16 1⁄2 Stunden über Tag und Nacht verteilt. Nach kurzer Zeit erkennen Säuglinge den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Bereits im 2. Monat beginnt ein zusammenhängender Nachtschlaf und im 3. bis 4. Monat hat sich ein klarer Schlaf-Wach-Rhythmus gebildet.

Mit 6 Monaten haben fast alle Kleinkinder ihren Rhythmus gefunden. Sie schlafen nachts ungefähr 11 Stunden und vormittags und nachmittags je während ein bis zwei Stunden.

Ab dem 2. Lebensjahr schlafen die Kinder tagsüber nur noch einmal, meist mittags.

Zwischen 2 und 4 Jahren gewöhnen sie sich den Mittagsschlaf ab.

Nach dem 5. Lebensjahr wird der Nachtschlaf allmählich kürzer, ungefähr jedes Jahr um eine Viertelstunde. So benötigt ein Kind im Schulalter noch ca. 10 Std. Schlaf. Kinder im Alter von 14 bis 17 Jahren schlafen ungefähr 8 Stunden. Der in der Woche verpasste Schlaf wird am Wochenende nachgeholt.

Broschüre_KinderUndSchlaf (0.49 MB)

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