Wie funktioniert Schlafen?

Schlafbedürfnis bei Kindern

Säuglinge

Neugeborene schlafen in mehreren, gleichmässig auf Tag und Nacht verteilten Etappen während circa 16–18 Stunden pro Tag. Sie lernen jedoch rasch den Unterschied zwischen Tag und Nacht kennen und entwickeln bereits ab dem zweiten Lebensmonat einen zusammenhängenden Nachtschlaf. Bis im dritten/vierten Lebensmonat hat sich meistens ein klarer Schlaf-Wach-Rhythmus gebildet (für den strikte und regelmässige Essens- und Bettzeiten sowie ein klares Zubettgeh-Ritual sehr förderlich sind).

 

Kleinkinder

Im Alter von sechs Monaten haben fast alle Kleinkinder ihren Rhythmus gefunden und schlafen nachts ungefähr elf Stunden sowie vormittags und nachmittags je während ein bis zwei Stunden.

Ab dem zweiten Lebensjahr schlafen die meisten Kinder tagsüber nur noch einmal, meist mittags; im Alter zwischen zwei und vier Jahren gewöhnen sie sich langsam den Mittagsschlaf ab.

Nach dem fünften Lebensjahr wird auch ihr Nachtschlaf allmählich kürzer, ungefähr jedes Jahr um eine Viertelstunde.

Bei Schulkindern und Jugendlichen

Kinder im Schulalter benötigen circa neun bis zehn Stunden Schlaf.

Im Alter von 14–17 Jahren schlafen die meisten von ihnen nur noch ungefähr acht Stunden. Die Schlafmenge ist dabei oft auf die Wünsche und Verpflichtungen der Heranwachsenden ausgerichtet (die während der Pubertät stark zunehmen) und weniger ihrem effektiven Schlafbedürfnis angepasst. Der während der Woche "verpasste" Schlaf wird von vielen Jugendlichen am Wochenende "nachgeholt".

Untersuchungen haben gezeigt, dass der Schlaf im Alter zwischen 12 und 20 Jahren eigentlich eine Stunde pro Tag länger sein sollte als im Alter unter zehn Jahren. Denn in dieser Zeit machen die Jugendlichen ein rasches Wachstum sowie eine intensive persönliche und geschlechtsspezifische Entwicklung durch.

Wenn Kinder nicht schlafen

Für viele Eltern ist es schwierig, die Schlafqualität und das Schlafbedürfnis ihrer Kinder abzuschätzen und festzustellen, ob eine Schlafstörungen besteht. Das Schlafbedürfnis ist individuell und unterscheidet sich von Kind zu Kind. Deshalb sind Regeln und Richtzahlen immer Annäherungen, die auf das einzelne Kind angepasst angewandt werden müssen. Alle Kinder können aber lernen, die Nacht durchzuschlafen.

Die Ursachen von Schlafstörungen sind vielfältig und schlechter Schlaf hat oft mehrere Gründe. Im Grundsatz gilt es, zwischen Schlafstörungen zu unterscheiden, die durch falsche Gewohnheiten erworben wurden, durch psychische Belastungen entstanden sind oder körperliche Ursachen haben.