Zungenschrittmacher

Neue Therapiemethode für OSA-Patienten

Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es während des Schlafens zu einem Erschlaffen der Zungenmuskulatur und des umliegenden Gewebes, welche den Atemweg verschließen. Die Gründe hierfür können z. B. in der Konfiguration des Gesichtsschädels oder auch in Fetteinlagerungen im Gewebe liegen. Durch das Erschlaffen fällt die Zunge in den Rachen und blockiert den Atemweg. Die Atmung setzt in Folge für einen längeren Zeitraum aus, unter Umständen sogar bis zu einer Minute. Das Gehirn muss den Schläfer dann wecken, um ihn vor dem Ersticken zu retten. Die Atempausen führen dabei zu einer verschlechterten Schlafqualität und einer Abnahme der Sauerstoffkonzentration im Blut.

Um mögliche Folgeerkrankungen der OSA zu vermeiden, sollte die Atmungsstörung so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Es gibt verschiedene Therapieoptionen. Eine neue Behandlungsmöglichkeit stellt der Zungenschrittmacher (auch Hypoglossus) der Firma Inspire dar. Er ist eine Alternative für Patienten mit mittlerer bis schwerer OSA, die eine klassische Therapie mit Beatmungsmaske nicht vertragen oder mit dieser nicht behandelt werden können. Bei diesem Therapieansatz wird der Zungennerv durch elektrische Impulse atemsynchron stimuliert, sodass der Zungenmuskel nicht erschlafft und die damit verbundenen Atemaussetzer ausbleiben. Für das Einsetzen des Zungenschrittmachers ist ein mikro-chirurgischer Eingriff im Spital notwendig. Dieser wird sehr gut toleriert und verursacht kaum Schmerzen. Sprechen und Schlucken sind nach der Operation normal möglich. Der Spitalaufenthalt beträgt nur 2-3 Nächte. Das Aktivieren und Einstellen des Gerätes, sowie die weitere Betreuung erfolgt dann in der KSM Klinik für Schlafmedizin. Auch hierfür ist eine Spezialisierung erforderlich. KSM Klinik für Schlafmedizin erfüllt die dafür notwendigen Qualitätsanforderungen.

Die neue Therapiemethode Zungenschrittmacher von Inspire ist seit 2015 in der Schweiz im Einsatz. Die KSM Schlafexperten sind seit der ersten Stunde von der Therapie-Methode überzeugt. Bei geeigneten Patienten erfolgen weitere Abklärungen für das Therapieverfahren bei dem ORL-Chefarzt Prof. Dr. Kurt Tschopp im Kantonsspital Baselland (KSBL), Liestal. Das KSBL-Liestal ist das Implantationszentrum für diese Operation in der Schweiz. Die Abklärungen erfordern lediglich eine einmalige Übernachtung. Danke der engen Zusammenarbeit konnten wir so schon zahlreichen Menschen mit dem Zungenschrittmacher „ein neues Leben schenken“.

Weitere Informationen zur Therapie Zungenschrittmacher von Inspire.

Der Zungenschrittmacher wird mit einem mikro-chirurgischen Eingriff im Spital eingesetzt.

Der Zungenschrittmacher von Inspire.

Der Zungenschrittmacher kann mit einer Fernbedienung bedient werden.