Melatonincheck

Wie Wirkt Melatonin?

Der Schlaf-Wach-Rhythmus lässt sich mit Licht und Melatonin verschieben

Helles Morgenlicht unterdrückt die Melatonin-Abgabe im Körper und bewirkt, dass die Melatonin-Produktion am folgenden Abend früher einsetzt. Mit anderen Worten wird der Schlaf-Wach-Rhythmus vorverschoben. Die Betroffenen schlafen abends früher ein und werden morgens früher wach.

Helles Licht zu einer Zeit, in welcher die Produktion von Melatonin beginnt (abends oder im ersten Abschnitt der Nacht) bewirkt hingegen, dass sich der Melatonin-Rhythmus nach hinten verschiebt. Die Betroffenen gehen später zu Bett und werden später wach.

Nicht nur Licht verschiebt den Melatonin-Rhythmus und damit den Schlaf-Wach-Rhythmus, auch Melatonin-Tabletten können den Schlaf-Wach-Rhythmus verschieben.

Wird eine Melatonin-Tablette ungefähr fünf Stunden vor dem Beginn der körpereigenen Produktion dieses Hormons eingenommen, verschiebt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nach vorne. Die Betroffenen können somit früher einschlafen und werden früher wach.

Nimmt man eine Melatonin-Tablette zehn Stunden nach Einsetzen der körpereigenen Produktion, verschiebt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nach hinten, d.h. gegen Morgen. Die Betroffenen werden erst später müde und schlafen morgens länger.

Für eine Behandlung mit Melatonin-Präparaten und/oder Licht muss der individuelle Schlaf-Wach-Rhythmus bekannt sein: Es ist wichtig, den Anstieg-Zeitpunkt des körpereigenen Melatonins zu kennen, denn nur so kann der Schlaf-Wach-Rhythmus optimal reguliert werden.

Melatonin und die Innere Uhr

Im menschlichen Körper gibt es viele Prozesse, die von einem etwa 24-Stunden langen Rhythmus gesteuert werden, zum Beispiel:

  • die Körpertemperatur (am höchsten gegen 16.00 Uhr nachmittags und am niedrigsten gegen 04:00 Uhr  morgens)
  • die Fähigkeit, zu schlafen (in der Nacht besser als am Tag)
  • die Produktion verschiedener Hormone, z.B. Melatonin oder das Stresshormon Cortisol.

Der 24-Stunden-Rhythmus wird durch unsere innere Uhr vorgegeben. Experimente mit Studenten in Räumen ohne Tageslicht konnten zeigen, dass der Rhythmus unserer inneren Uhr etwas länger als 24 Stunden ist. Das Tageslicht trimmt unseren inneren Rythmus jedoch auf 24 Stunden. Besonders wichtig ist dabei das Hormon Melatonin. Es wird in einem kleinen Hirnareal namens Zirbeldrüse produziert. Normalerweise beginnt die Melatonin-Produktion abends zwischen 19:30 und 21:30 Uhr, erreicht ihren höchsten Wert zwischen 01:00 und 03:00 Uhr nachts und sinkt dann gegen 08:00 Uhr morgens wieder ab. Im Speichel kann das Melatonin gemessen werden und hilft so, den individuellen zeitlichen Verlauf des Schlaf-Wach-Rhythmus eines Menschen zu erkennen. 

Licht reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus

Halten wir uns fortlaufend im Dunkeln auf oder hat das Licht keinen Einfluss auf die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. bei einem Teil der Sehbehinderten), beginnt die Melatonin-Produktion jeden Tag etwas später. Es besteht dann ein so genannter „freilaufender“ Melatonin-Rhythmus, der nicht mehr an eine Tageszeit gebunden ist. Die Melatonin-Produktion kann zum Beispiel morgens beginnen und erst abends abfallen. Die Folge ist, dass die Betroffenen tagsüber schläfrig sind und schlafen könnten, nachts hingegen wach liegen.

Melatonin-Test

Um die Diagnose einer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung zuverlässig stellen zu können, wurde in der Schweiz von Bühlmann Labs der Melatonin-Check entwickelt. Er erlaubt die Messung der Melatonin-Produktion im Speichel. So lässt sich der individuelle Schlaf-Wach-Rhythmus genau bestimmen.